Hohe Wahlbeteiligung, enges Rennen

Bei der Jahresvogelwahl liegen Rauchschwalbe und Rotkehlchen vorne

Wer folgt auf die Turteltaube? Innerhalb einer Woche wurden bei der Stichwahl zum Vogel des Jahres 2021 bereits über 125.000 Stimmen abgegeben. Bei der ersten öffentlichen Wahl anlässlich des goldenen Jubiläums der Aktion ist das digitale Wahllokal noch bis zum 19. März geöffnet.Rotkehlchen und Rauchschwalbe liegen an der Spitze. - Fotos: Frank Derer

Rotkehlchen und Rauchschwalbe liegen an der Spitze. – Fotos: Frank Derer

26. Januar 2021 – Kurz nach dem Wahlbeginn hatte es den Anschein, als würden die Vögel nahtlos an die Reihenfolge der Vorwahl anknüpfen. Die Stadttaube als Vorwahlsiegerin erwischte einen Traumstart und setzte sich sofort an die Spitze – unterstützt durch mehrere Wahlkampfteams, die offensichtlich sehr gut und pünktlich vorbereitet waren. An ihre Fersen heftete sich das Rotkehlchen, das schon in der Vorwahl den zweiten Platz belegt hatte.

Vorwahlsiegerin Stadttaube bisher nur auf Rang 5

Doch schon bald wurde das Rennen ordentlich durcheinander gewirbelt: Während die Stadttaube schwächelte – vielleicht im frühen Gefühl eines sicheren Sieges –, machten die gefährdeten Agrarvogelarten KiebitzFeldlerche und Rauchschwalbe große Sprünge. Derzeit liegen Rauchschwalbe und Rotkehlchen nahezu gleichauf an der Spitze, die Stadttaube ist auf den fünften Platz zurückgefallen. Das zeigt: Die Unterstützer*innen der jeweiligen Kandidaten müssen ständig dran bleiben, damit ihr Schützling nicht den Anschluss verliert.
Die Amsel treibt von Platz 10 aus das Feld der potentiellen Vögel des Jahres vor sich her. - Foto: Frank Derer

Die Amsel treibt von Platz 10 aus das Feld der potentiellen Vögel des Jahres vor sich her. – Foto: Frank Derer

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Rauchschwalbe sicher die größte Überraschung, war sie doch in der Vorwahl mit Rang 10 gerade noch so in die Stichwahl gerutscht. Sie straft auch alle Expert*innen Lügen, die strategische Nachteile für einen während der winterlichen Wahlphase nicht einmal anwesenden Zugvogel-Kandidaten vorhergesagt hatten.

Kein Vorteil für die Gartenvögel

Dagegen finden sich mit Ausnahme des Rotkehlchens die derzeit in den Gärten ständig zu sehenden Kandidaten – HaussperlingBlaumeise und Amsel – bisher in der zweiten Tabellenhälfte, wo auch Goldregenpfeifer und Eisvogel in Lauerstellung sind. Doch das Feld liegt insgesamt noch dicht zusammen, keine Art ist abgehängt.

Die zur Wahl stehenden Vögel sind aus der Vorwahlphase von Oktober bis Dezember hervorgegangen. Fast 130.000 Menschen wählten aus 307 Arten – Brutvögel und die wichtigsten Gastvögel – die Top Ten aus. Zahlreiche Wahlkampfteams hatten sich zusammengetan und vor allem in den Sozialen Medien für ihre Kandidaten geworben.

Nach der ersten Abstimmungswoche in der Stichwahl lautet die vorläufige Reihenfolge: Rauchschwalbe, Rotkehlchen, Kiebitz, Feldlerche, Stadttaube, Haussperling, Blaumeise, Goldregenpfeifer, Eisvogel und Amsel.

Aktiver Wahlkampf für die eine oder andere Art und die Themen, die sie repräsentieren, ist ausdrücklich erwünscht und kann das Blatt sehr schnell wenden, wie die Vorwahl gezeigt hat. Die besten Argumente und stärksten Unterstützer*innen werden das Rennen entscheiden. Über die Wahl-Webseite kann jede*r ein eigenes Wahlkampfteam gründen oder ein bestehendes Team unterstützen.

Dass trotz reger Teilnahme die Jahresvogelwahl noch nicht überall bekannt ist, zeigte die Freitags-Sendung von „Wer wird Millionär?“: Ein Kandidat verspielte dort einen Gewinn von 64.000 Euro, weil er nicht wusste, dass der Vogel des Jahres 2021 von der Bevölkerung direkt gewählt wird. Auch der Expert*innenjoker half wenig, da nur 3 der 18 ehemaligen Gewinner*innen die richtige Antwort kannten.

Source: https://www.nabu.de/news/2021/01/29301.html

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.